Windkraftprojekt Goldboden weit abgeschlagen

Stromertrag  40%  unter Plan

Die EnBW hat drei Windkraft-Industrieanlagen des Typs Nordex N 131 3,3 MW am WN-34 Goldboden in Winterbach im Dezember 2017 in Betrieb genommen. Im ersten vollständigen Betriebsjahr 2018 sollten sie nach Planung der EnBW 25 GWh Strom erzeugen; tatsächlich konnten jedoch nur knapp 15 GWh Windstrom produziert werden. Der Windkraftstandort bleibt somit mehr als 40% hinter den Erwartungen zurück. (Quelle: EnBW E-Cockpit)

Dabei war das Jahr 2018 in Baden-Württemberg ein überdurchschnittliches Windjahr; in allen Monaten lag das Windaufkommen über dem langjährigen Durchschnitt. Trotzdem war die Stromproduktion in 11  von 12 Monaten unter der Planung.

Nur im extrem windreichen Dezember – mit 4 Sturmtagen – konnte der Planwert erreicht werden. Allerdings ist zweifelhaft, ob dieser Windstrom überhaupt gebraucht wurde. So war z.B. in diesem Monat der 08.12. einer der windstärksten Tage in Deutschland, mit einer Windstromproduktion von ca. 1.030 GWh. An diesem Tag mussten aber ca. 350 GWh Überschuss-Strom ins Ausland entsorgt werden (21% der gesamten Stromerzeugung). (Quelle: Fraunhofer ISE Energy-Charts)

Wenn bereits in einem guten Windjahr die Planungen so deutlich verfehlt werden, wie wird dies dann in einem durchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Windjahr sein.

Die EnBW begründete in der Vergangenheit die schlechten Leistungsdaten der Windkraft-Industrieanlagen am Goldboden damit, dass sich die Anlagen noch im Probebetrieb befinden würden. Der Probebetrieb war jedoch zur Jahresmitte abgeschlossen. Aber auch danach blieb die Leistung weit unter den Planzahlen.

Auslastung nur 17%

Die Auslastung der Windkraft-Industrieanlagen am Goldboden lag bei nur 17%, wobei es tagelange Windflauten gab, an denen überhaupt kein Windstrom erzeugt werden konnte.  Bildlich gesprochen produzierten die Anlagen an 60 Tagen Windstrom, an den restlichen 300 Tagen standen sie still.

Windkraftriesen  sind  Energiezwerge

Jede Windkraft-Industrieanlagen am Goldboden erzeugte 5,0 GWh/a  Strom.

Eine Windkraft-Industrieanlage erfordert ein Investment   > 6 Mio. Euro, hat eine Masse (Gewicht) von ca. 7.000 Tonnen und einen Flächenverbrauch von  ca. 10.000 qm Wald.

5,0 GWh/a hätte man auch mit 4 Diesel-Motoren eines VW-Golf (140 kW) erzeugen können:
wetterunabhängig und grundlastfähig, mit einem geringeren Investment, sowie geringerem Ressourcen- und Flächenverbrauch; klimaneutral mit Bio-Diesel aus regionaler Produktion.

Dieser Vergleich zeigt die geringe Effizienz der Windkraft. Einem Vergleich mit Dieselmotoren halten die Windturbinen nicht stand; mit einem Blockheizkraftwerk wird eine noch höhere Effizienz erreicht!

Baden-Württemberg und der Schurwald für Windkraft ungeeignet

Die schlechte Leistung des Windkraftstandortes Goldboden zeigt, dass der windschwache Schurwald für die Windkraft ungeeignet ist. Der niedrige Stromertrag steht in keinem Verhältnis zu den Beeinträchtigungen und Nachteilen der Windkraft-Industrieanlagen für Landschaft, Natur und Menschen.

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