Windstromertrag – trotz Rekordwindjahr –  21%  unter Plan

Die EnBW hat drei Windkraft-Industrieanlagen des Typs Nordex N 131 3,3 MW am WN-34 Goldboden in Winterbach im Dezember 2017 in Betrieb genommen. Nach Planung der EnBW sollen sie 25 GWh Strom pro Jahr erzeugen.

Im Jahr 2019 konnten jedoch nur knapp 20 GWh Windstrom produziert werden. Der Windkraftstandort bleibt somit mehr als 21% hinter den Erwartungen zurück.

Im Vorjahr 2018 wurden sogar nur 15 GWh Windstrom produziert, d.h. nur 60% der Planung.

(Quelle: EnBW E-Cockpit)

2019 war das windreichste Jahr des Jahrtausends (d.h. der letzten 20 Jahre) in Baden-Württemberg. Trotzdem war die Stromproduktion in 11 von 12 Monaten unter der Planung. Auch das Vorjahr 2018 war ein weit überdurchschnittlich gutes Windjahr.

Wenn im absoluten Rekordwindjahr die Planungen so deutlich verfehlt werden, muss von einer Fehlplanung ausgegangen werden. WN-34 Goldboden wird zum „Windpark Lahmer Flügel“.

Auslastung nur 23%

Die Auslastung der Windkraft-Industrieanlagen am Goldboden lag bei nur 23%, wobei es tagelange Windflauten gab, an denen überhaupt kein Windstrom erzeugt werden konnte.  Bildlich gesprochen produzierten die Anlagen an 80 Tagen Windstrom, an den restlichen 280 Tagen standen sie still – der Stillstand ist somit der häufigste Betriebszustand.

Windkraftriesen sind Energiezwerge

Jede Windkraft-Industrieanlage am Goldboden erzeugte 6,7 GWh/a  Strom.

Eine Windkraft-Industrieanlage erfordert ein Investment   > 6 Mio. Euro, hat eine Masse (Gewicht) von ca. 7.000 Tonnen und einen Flächenverbrauch von  ca. 10.000 qm Wald.

6,7 GWh/a hätte man auch mit 6 Diesel-Motoren (EURO 6) eines VW-Golf (140 kW) erzeugen können:

wetterunabhängig und grundlastfähig, mit einem geringeren Investment, sowie geringerem Ressourcen- und Flächenverbrauch; klimaneutral mit Bio-Diesel aus regionaler Produktion.

Dieser Vergleich zeigt die geringe Effizienz der Windkraft. Einem Vergleich mit Dieselmotoren halten die Windturbinen nicht stand; mit einem Blockheizkraftwerk wird eine noch höhere Effizienz erreicht!

Realität widerlegt BW-Windatlas 2019

 Die Landesregierung hat im Mai 2019 einen neuen Windatlas vorgestellt, mit einem neuen Zielparameter, der „mittleren gekappten Windleistungsdichte“ (in Watt / qm). Als Orientierungswert, ab dem ein Standort als ausreichend windhöffig gilt (Mindestrichtwert) wurde eine mittlere gekappte Windleistungsdichte von 215 Watt / qm in 160 Meter über Grund festgelegt.

https://www.energieatlas-bw.de/wind/windatlas

Für den Goldboden (Winterbach) weist der BW-Windatlas 2019 eine Windleistungsdichte von 233 Watt / qm und eine Standortgüte (EEG 2017) von 66% aus. Der tatsächliche Windstromertrag im Rekordwindjahr 2019 belegt jedoch nur eine Windleistungsdichte von 184 Watt / qm und eine Standortgüte (EEG 2017) von 52%.

Der Standort liegt somit deutlich unter dem Mindestrichtwert von 215 Watt / qm und um ca. 50 Watt / qm unterhalb den Angaben des Windatlas (-21%).

Baden-Württemberg und der Schurwald für Windkraft ungeeignet

Die schlechte Leistung des Windkraftstandortes Goldboden zeigt, dass der windschwache Schurwald für die Windkraft ungeeignet ist. Der niedrige Stromertrag steht in keinem Verhältnis zu den Beeinträchtigungen und Nachteilen der Windkraft-Industrieanlagen für Landschaft, Natur und Menschen.

Trotzdem sieht die Landesregierung im BW-Energieatlas 2019 ein Potenzial für bis zu 80 Windkraftwerken auf dem Schurwald. Offensichtlich soll der Schurwald eine Windkraft-Industriezone werden, damit einige Wenige große Profite machen können.

https://www.energieatlas-bw.de/wind/anlagen-und-potenziale

https://www.energieatlas-bw.de/wind/potenzialanalyse/uberblick

Wir werden weiterhin für den Erhalt des Schurwaldes als Natur- und Erholungsraum kämpfen!  Bitte unterstützen Sie uns auch in der Zukunft.

Link | Dieser Beitrag wurde unter Einführung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.